Die vorwegge­nommene Erbfolge

Sie wollen einen Teil Ihres Vermö­gens bereits zu Lebzeiten an Ihre Kinder schenken? Oft spielen beim Thema vorweg­ge­nom­mene Erbfolge steu­er­liche Gründe eine Rolle, aber das muss nicht immer der Fall sein.

Lesen Sie auf dieser Seite, welche Aspekte bei der Nach­fol­ge­pla­nung beson­ders wichtig sind und wie ich Sie hierbei unter­stützen kann.

Wichtige Säulen einer vorweggenommenen Erbfolge

Der Begriff „vorweg­ge­nom­mene Erbfolge” umfasst viele verschie­dene Aspekte. Gemeint ist damit, dass die poten­ti­ellen Erben bereits zu Lebzeiten etwas erhalten, etwa durch eine Schen­kung. Die Erbfolge wird damit sozu­sagen „vorweg­ge­nommen”.

Egal, ob es um Privat­ver­mögen geht oder aber um unter­neh­me­ri­sches Vermögen, die folgenden drei Aspekte sind dabei immer von beson­derer Bedeutung:

Gleichbehandlung

Um später Erbstrei­tig­keiten zu verhin­dern, ist es wichtig, die eigenen Kinder möglichst gleich zu behan­deln. Manchmal kann es sogar hilf­reich sein, die Kinder in den Gestal­tungs­pro­zess mit einzubeziehen.

Absicherung

Schenken mit „warmer” oder mit „kalter Hand”? Natür­lich kann es ratsam sein, bereits früh­zeitig an die nächste Genera­tion zu denken. Aber rein steu­er­liche Erwä­gungen sollten nie dazu führen, dass Sie das verschenken, was Sie selbst noch brauchen.

Erbschaftsteuer reduzieren

Gerade bei höheren Vermögen bietet es sich an, die erbschaft- und schen­kungsteu­er­li­chen Frei­be­träge (500.000 € für Ehegatten und 400.000 € für Kinder) alle zehn Jahre auszunutzen.

Was ich Ihnen anbiete

In meiner bishe­rigen anwalt­li­chen Erfah­rung habe ich bereits eine Viel­zahl von Fami­lien bei der vorweg­ge­nom­menen Erbfolge begleitet. Dabei hat sich gezeigt, dass jede Nach­folge indi­vi­duell ist.

Erstellung von Überlassungsverträgen

Nicht selten über­tragen Eltern die eigenen vier Wände auf eines oder mehrere Kinder. Sollten Sie dies planen, denken Sie mögli­cher­weise an den Nieß­brauch, sodass Sie weiterhin in Ihrem Haus wohnen können ohne dass Sie von heute auf morgen auf die Straße gesetzt werden können. Zur Über­tra­gung in Betracht kommt aber, wenn vorhanden, auch sons­tiges Immo­bi­li­en­ver­mögen, da Sie so bereits früh die Erbschaft­steu­er­frei­be­träge ausnutzen können.

Erstellung sonstiger Schenkungsverträge

Nicht nur Immo­bi­li­en­ver­mögen kommt für eine vorweg­ge­nom­mene Erbfolge in Betracht. Viel­leicht wollen Sie Ihre Kinder ja auch mit sons­tigem Kapital ausstatten, sodass diese sich etwa selb­ständig machen können oder damit sie sich eine eigene Immo­bilie erwerben können. Damit später vor allem bei der Erbschaft keine Probleme entstehen, sollten Sie solche Schen­kungen immer in schrift­li­chen Schen­kungs­ver­trägen regeln.

Familiengesellschaften

Oftmals lässt sich das Fami­li­en­ver­mögen nicht gerecht oder nur schwer auf die Kinder und ggf. Enkel­kinder über­tragen. In solchen Fällen kann das Konzept der sog. Fami­li­en­ge­sell­schaft in Betracht kommen. Hierbei bringen Sie Ihr Vermögen (oder einen Teil davon) in eine neu zu grün­dende Gesell­schaft ein, bei der Sie Ihre Kinder bereits früh­zeitig an Ihrem elter­li­chen Vermögen (wirt­schaft­lich) betei­ligen. Durch eine geschickte Gestal­tung des Gesell­schafts­ver­trages behalten Sie hier­über auch weiterhin die Kontrolle.

Unternehmensnachfolge

Sind Sie Inhaber eines Unter­neh­mens (Einzel­un­ter­nehmen, Perso­nen­ge­sell­schaft, Kapi­tal­ge­sell­schaft), so muss die private Vermö­gens­nach­folge in Einklang gebracht werden mit der Unter­neh­mens­nach­folge. Neben der Gestal­tung der Schen­kungs- und ggf. Gesell­schafts­ver­träge muss zudem sicher­ge­stellt werden, dass das Unter­nehmen auch vom Nach­folger gut fort­ge­führt werden kann.

Erstellung eines Gesamtkonzepts

Bei größerem Vermögen bietet es sich an, bereits im Voraus einen „Fahr­plan” zu erstellen, sodass Sie früh­zeitig wissen, welches Vermögen wann und an wen über­tragen wird. Das ist wichtig, denn die einzelnen Über­tra­gungen dürfen nie alleine für sich betrachtet werden. 

Erstberatung

Natür­lich muss es nicht immer gleich das große Gesamt­kon­zept sein. Viel­leicht wollen Sie sich einfach erst einmal unver­bind­lich über die bestehenden Möglich­keiten infor­mieren? Oder über­prüfen lassen, ob bei Ihnen noch Gestal­tungs­be­darf besteht? Dazu eignet sich am besten ein unkom­pli­ziertes kurzes Erstgespräch.

Sie wollen eine Immobilie bereits heute an Ihre Kinder übertragen aber so, dass Sie nicht bereits alles aus der Hand geben?

Überlassung von Wohneigentum

Ein Haus oder eine Wohnung auf die Kinder zu über­tragen ist ein häufiges Vorhaben vieler Eltern. Dadurch können Sie schon früh­zeitig die Erbschaft­steu­er­frei­be­träge ausnutzen und durch Maßnahmen wie den Nieß­brauchs­vor­be­halt sicher­stellen, dass Sie weiterhin in dem Haus leben können.

Erbrecht

Solche Über­tra­gungen können große Auswir­kungen auf die spätere Erbfolge haben (z. B. im Zusam­men­hang mit dem Pflicht­teil oder hinsicht­lich Ausgleichs­an­sprü­chen von Geschwis­tern). Daher helfe ich Ihnen auch dabei, dass die vorweg­ge­nom­mene Erbfolge im Einklang mit Ihren testa­men­ta­ri­schen Rege­lungen steht.

Steuerrecht

Über­tra­gungen finden oft aus steu­er­li­chen Gründen statt. Bei den immer stei­genden Immo­bi­li­en­preisen in und rund um München spielt das Steu­er­recht bei Über­las­sungs­ver­trägen daher eine immer größer werdende Rolle.

Überlassungsvertrag

Ein Über­las­sungs­ver­trag ist ein kompli­ziertes Vertrags­werk und muss eine Viel­zahl von Punkten berück­sich­tigen (etwa Nieß­brauchs­rechte, Pfle­ge­ver­ein­ba­rungen, Rück­for­de­rungs­rechte, Ausglei­chungs- und Anrech­nungs­be­stim­mungen). Gerne kann ich Ihnen erläu­tern, welche dieser Punkte sinn­voll sind oder Ihnen gar den für Sie passenden Vertrag vorbereiten.

Vorweggenommene Erbfolge und Steuern: Hinweise zur Erbschaft- und Schenkungsteuer.

Schen­kungen und Erbschaften sind bis zu einer gewissen Grenze steu­er­frei. Über­steigt der Wert des Geschenks oder die Höhe des Nach­lasses diese Grenze, so ist der darüber hinaus­ge­hende Betrag zu versteuern.

Beispiel: Die allein­ste­hende Erblas­serin hat ein Vermögen in Höhe von 500.000,00 €. Sie vererbt alles an ihren einzigen Sohn. Dieser hat einen Frei­be­trag in Höhe von 400.000,00 €. Auf den Betrag in Höhe von 100.000,00 € (= 500.000,00 € – 400.000,00 €) zahlt dieser Erbschaft­steuer. In diesem konkreten Fall sind das 11.000,00 €.

Die Frei­be­träge lauten wie folgt (§ 16 ErbStG):

Erbe/BeschenkterFrei­be­trag
Ehegatten/Eingetragene Lebens­partner*500.000,00 €
(Stief-)Kinder400.000,00 €
Enkel(stief)kinder200.000,00 €
(Groß-)Eltern

100.000,00 € bei Erbschaft; ABER:

20.000,00 € bei Schenkung!!

Geschwister, Nichten/Neffen, Cousinen/Cousins, Schwiegerkinder20.000,00 €
Alle anderen20.000,00 €

* ACHTUNG: Ein einge­tra­gener Lebens­partner ist etwas anderes als der Lebens­ge­fährte! Gemeint ist damit der gleich­ge­schlecht­liche Lebens­partner nach dem LPartG. Der Lebens­ge­fährte zählt hingegen zu „allen anderen” und hat damit nur einen Frei­be­trag in Höhe von 20.000,00 €.

Im Detail gibt es hier natür­lich noch Beson­der­heiten. So haben zum Beispiel Enkel­kinder eben­falls einen Frei­be­trag in Höhe von 400.000,00 €, wenn das Kind, von dem das Enkel­kind abstammt, bereits verstorben ist. Auch adop­tierte Kinder gelten im Übrigen als „Kinder” und haben somit eben­falls einen Frei­be­trag in Höhe von 400.000,00 €.

Die Höhe der Erbschaft­steuer bzw. die Höhe der Schen­kungsteuer richtet sich nach der jewei­ligen Erbschaft­steu­er­klasse. Achtung: Es handelt sich dabei nicht um die Steu­er­klasse, die Sie auf Ihrer Lohn­steu­er­ab­rech­nung finden. Viel­mehr bestimmt sich diese Steu­er­klasse nach dem Verwandt­schafts­ver­hältnis zum Schenker bzw. zum Erblasser (§ 15 ErbStG).

Erbschaftsteuerklassen

Die Höhe des Steu­er­satzes können Sie der folgenden Tabelle entnehmen (§ 19 ErbStG):

Wert des steu­er­pflich­tigen
Erwerbs bis einschließ­lich
Prozent­satz in der Steuerklasse
IIIIII
75.000,00 €7 %15 %30 %
300.000,00 €11 %20 %30 %
600.000,00 €15 %25 %30 %
6.000.000,00 €19 %30 %30 %
13.000.000,00 €23 %35 %50 %
26.000.000,00 €27 %40 %50 %
über 26.000.000 €30 %43 %50 %

Beispiele:

  • Eine Tochter erbt 750.000,00 €. 400.000,00 € sind steu­er­frei, auf 350.000,00 € bezahlt sie 15 %, also 52.500,00 €.
  • Ein Mann stirbt ohne Kinder und ohne Ehefrau. Seine Eltern erben je zur Hälfte 500.000,00 €, also je 250.000,00 €. 100.000,00 € sind jeweils frei, sodass jeder 150.000,00 € zu versteuern hat. Beide gehören in diesem Fall zur Steu­er­klasse I, sodass sie jeweils 16.500,00 € bezahlen.
  • Die Tochter hat im Lotto gewonnen und möchte ihren Eltern jeweils 200.000,00 € schenken. Sie schaut leider ungenau in die Tabelle und denkt, dass ihre Eltern einen Frei­be­trag in Höhe von jeweils 100.000,00 € haben. Die Eltern erhielten dann aber Schen­kungsteu­er­be­scheide, sie mussten je 180.000,00 € zu 20 % (auch die Steu­er­klasse ist anders!) bezahlen, also je 36.000,00 €.
  • Eine Frau und ein Mann sind bereits seit 30 Jahren ein Paar. Sie haben bereits drei Kinder, wollten jedoch nie heiraten. Der Mann verstirbt und hat die Part­nerin als Allein­erbin einge­setzt. Sie erbt sein Vermögen in Höhe von 1 Mio. €. Trotz der langen Bezie­hung wird sie steu­er­lich wie ein fremder Dritter behan­delt: Sie hat einen Frei­be­trag in Höhe von 20.000,00 € und bezahlt somit 30 % Erbschaft­steuer auf 980.000,00 €. Das sind 294.000,00 €!

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